Geschichte der Hollen

Vor vielen, vielen Jahren hüteten Bödefelder Kinder vor dem Felsen die Ziegen der Dorfbewohner im Führlingssonnenschein.

Es wurde immer erzählt, dass in Höhlen, die tief hineingehen in das Felsgestein, die "Hohen", also Waldfrauen, wohnen würden, die sich guten Menschen freundlich erwiesen und hilfreich seien bei unverschuldeter Not.

Einige besonders waghalsige Kinder drangen bis zu den Höhlen vor und riefen hinein. Wie erschraken sie aber, als tatsächlich die Hollen aus der Tiefe des Felsens hervor tragen. Sie beruhigten die Kinder und gesellten sich als liebreiche und freundliche Gespielinnen zu ihnen.

Eine von ihnen bewachte die Ziegen, die reichlich saftiges Grün und Kräuter fanden. Schnell vergingen den Kindern die Stunden bei Spiel und Scherz. Bald schon stand die Sonne tief hinter den Bergen und die Kinder mussten an die Heimkehr denken.

Zum Abschied erhielten sie von den Hohen schöne glänzende Steine, die sie mit nach Hause nahmen. Das Geschenk der Hollen erwies sich als lauteres Gold und aus mancher Hütte schwanden Sorge und Not.

Doch daraufhin drangen rohe Burschen in die Höhlen ein, um die Schätze der Hollen mit Gewalt zu rauben. Es traf sie aber eine harte Strafe. Die Eingänge stürzten ein und sie fanden nicht mehr heraus.

Niemand hat je wieder die Hollen gesehen.